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Frage & Antwort

Lohnt sich ein Sessel mit Aufstehhilfe – und für wen ist er nicht geeignet?

Ein Sessel mit Aufstehhilfe lohnt sich, wenn das Aufstehen aus einem normalen Sessel schwerfällt, die Person aber noch selbst stehen und sich abstützen kann. Er lohnt sich weniger, wenn kein Platz für ihn da ist, die Bedienung nicht sicher klappt oder ein vorhandener Lieblingssessel nachgerüstet werden kann.

von der Redaktion aktualisiert am 26. Oktober 2026 4 Min. Lesezeit

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Die Antwort in Kürze

Ja, wenn das Aufstehen aus dem Sessel mühsam ist, du aber noch selbst stehen und dich an den Armlehnen abstützen kannst. Der Motor hebt dich an, stehen musst du selbst. Nicht geeignet ist er, wenn Platz zur Wand fehlt oder die Fernbedienung nicht sicher bedient werden kann. Die Krankenkasse übernimmt einen Serien-Sessel laut Hilfsmittelverzeichnis grundsätzlich nicht.

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Die kurze Antwort

Ein Sessel mit Aufstehhilfe ist ein Polstersessel, dessen Sitz und Rückenlehne ein Elektromotor über ein Hubgestell nach vorn oben neigt. So kommst du mit wenig Kraft in den Stand. Ob sich das lohnt, hängt weniger vom Sessel ab als von dir: vom Körper, von der Wohnung und vom Alltag.

Wir zeigen hier, wann er hilft, wann nicht und welche Wege es sonst gibt. Kaufempfehlungen mit allen Maßen stehen unter Fernsehsessel mit Aufstehhilfe.

Wann sich ein Aufstehsessel lohnt

Er lohnt sich, wenn diese Punkte zutreffen:

  • Das Aufstehen aus dem Sessel ist mühsam, etwa weil Kraft in den Beinen fehlt. Der Motor übernimmt den schwersten Teil, das Anheben aus der tiefen Sitzposition.
  • Du kannst noch selbst stehen und dich abstützen. Der Sessel bringt dich nach vorn oben. Stehen und den ersten Schritt machst du selbst.
  • Der Sessel ist dein Hauptplatz im Wohnzimmer. Wer viele Stunden darin sitzt, liest oder fernsieht, nutzt die Hilfe mehrmals am Tag.
  • Platz und Steckdose sind da. Hinter dem Sessel muss der Abstand zur Wand frei bleiben, den der Hersteller für das Modell nennt.

Für Nachrüst-Aufstehhilfen beschreibt das GKV-Hilfsmittelverzeichnis eine ähnliche Ausgangslage. Dort steht als Voraussetzung unter anderem eine „noch erhaltene Stehfähigkeit“ mit ausreichender Rumpfstabilität und Kraft zum Halten und Abstützen mit den Armen.

Wann er nicht passt

Ein Aufstehsessel ist kein Pflegesessel und kein Transferhilfsmittel. In diesen Fällen ist er die falsche Wahl oder sollte erst nach Beratung gekauft werden:

  • Stehen ist auch mit Hilfe nicht sicher möglich. Dann braucht es andere Hilfsmittel. Was ein Pflegesessel anders macht, erklärt die Seite Pflegesessel.
  • Die Bedienung klappt nicht sicher. Wer Tasten verwechselt oder die Fernbedienung oft verlegt, fährt den Sessel womöglich in die falsche Richtung. Ein Modell mit einem Motor hat weniger Tasten, siehe 1 oder 2 Motoren.
  • Der Platz fehlt. MCombo nennt für den 7286 mindestens 40 cm Abstand zur Wand, für den 7550 mindestens 70 cm. Andere Modelle nennen eigene Werte.
  • Kleine Kinder oder Haustiere sind oft im Raum. Golden Technologies warnt in seiner Anleitung: Unter, vor und hinter dem Sessel darf sich beim Fahren niemand befinden.

Golden Technologies rät außerdem, den Sessel nicht unter dem Einfluss von Medikamenten zu benutzen, die die geistigen oder körperlichen Fähigkeiten beeinträchtigen. Bei Unsicherheit soll man den Arzt fragen. Das gilt sinngemäß für jedes Modell.

Was die Krankenkasse dazu sagt

Ein Serien-Aufstehsessel ist laut Hilfsmittelverzeichnis grundsätzlich nicht leistungspflichtig. Nach § 33 SGB V zahlt die Kasse keine allgemeinen Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens. Die Produktgruppe 22 „Mobilitätshilfen“ sagt wörtlich: „Aufrichtsessel fallen nicht in die Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung, da es sich um Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens handelt.“

Die Kasse entscheidet im Einzelfall auf Antrag. Wer es versuchen will, braucht eine ärztliche Verordnung und stellt den Antrag vor dem Kauf. Den Weg erklärt die Seite Zahlt die Krankenkasse?.

Die Alternative: nachrüsten statt neu kaufen

Passt der vorhandene Sessel gut, gibt es einen anderen Weg. Das Hilfsmittelverzeichnis führt die Produktart 22.29.02.2 „Aufstehhilfen“: elektrische Stahlrahmen, die nachträglich unter einen vorhandenen Sessel oder Stuhl montiert werden. Für fertige Aufstehsessel gibt es dort keine Positionsnummer.

Laut Verzeichnis kommt so eine Aufstehhilfe zum Beispiel infrage, wenn das Sitzmöbel die einzige nutzbare Sitzgelegenheit ist. Oder wenn ein handelsüblicher elektrisch verstellbarer Sessel nicht genutzt werden kann. Mehr dazu unter Aufstehhilfe nachrüsten.

So entscheidest du in vier Schritten

  1. Ehrlich hinschauen

    Kann die Person stehen und sich an den Armlehnen abstützen, wenn der Sitz sie anhebt? Wenn nicht, zuerst mit Arzt, Ärztin oder Pflegeberatung sprechen.
  2. Maße nehmen

    Kniekehlenhöhe und Sitztiefe messen. Wie das geht, steht unter Sitzhöhe und Sitztiefe richtig messen.
  3. Platz prüfen

    Wandabstand und Steckdose am geplanten Platz prüfen. Den Mindestabstand nennt der Hersteller für jedes Modell eigens.
  4. Bedienung besprechen

    Reicht eine Taste für hoch und runter? Dann ist ein Modell mit einem Motor oft die bessere Wahl.

Unsere Empfehlung, wenn es passt

Für die meisten, die vor allem gut aufstehen wollen, empfehlen wir den MCombo 7286. Er hat einen Motor und laut Hersteller 46 cm Sitzhöhe, 120 kg Belastbarkeit und mindestens 40 cm Abstand zur Wand.

M MCombo

MCombo 7286

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Der schlichte Standard: ein Motor, Liegefunktion bis 140° und laut Hersteller nur 40 cm Mindestabstand zur Wand.

Warum hier: Ein Motor, wenige Tasten und vollständige Herstellermaße – gut für alle, die vor allem sicher aufstehen wollen.

Ideal für: Senioren mit normaler Statur bis 120 kg, die vor allem gut aufstehen wollen und eine einfache Bedienung brauchen.

Stärken

  • Ein Motor, eine Bewegung: einfache Bedienung per Fernbedienung
  • Herstellerdaten vollständig: Sitzhöhe, Sitzfläche, Wandabstand, Liegelänge
  • Mindestabstand zur Wand laut Hersteller 40 cm
  • Montage laut Hersteller ohne Werkzeug

Schwächen

  • Rücken und Fußteil sind gekoppelt (nicht getrennt verstellbar)
  • Belastbar bis 120 kg – für schwere Personen zu knapp
  • Kommt in 3 Paketen, rund 47 kg laut Anbieter
Motoren
1
Sitzhöhe
46 cm
Sitzfläche (T × B)
57 × 57 cm
Wandabstand
mind. 40 cm
Rückenlehne bis
140°
Belastbar bis
120 kg

Was bei Stromausfall passiert, steht unter Stromausfall im Aufstehsessel. Wer lieber erst probesitzen will, findet Hilfe im Vergleich Amazon oder Sanitätshaus. Alle Grundlagen stehen auf der Startseite.

Fragen, die oft gestellt werden

Für wen ist ein Sessel mit Aufstehhilfe nicht geeignet?

Für Menschen, die auch mit Hilfe des Motors nicht sicher stehen oder sich nicht an den Armlehnen abstützen können. Der Sessel bringt dich nach vorn oben, das Stehen selbst nimmt er dir nicht ab. Schwierig ist er auch, wenn die Fernbedienung nicht sicher bedient werden kann oder der Platz zur Wand fehlt. Im Zweifel sprich mit Arzt, Ärztin oder Pflegeberatung.

Zahlt die Krankenkasse einen Sessel mit Aufstehhilfe?

Laut Hilfsmittelverzeichnis grundsätzlich nicht. Das GKV-Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 22, zählt Aufrichtsessel zu den Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens. Die Kasse entscheidet im Einzelfall auf Antrag. Wer es versuchen will, braucht eine ärztliche Verordnung und stellt den Antrag vor dem Kauf.

Ist eine Aufstehhilfe zum Nachrüsten eine Alternative?

Ja, wenn ein vorhandener Sessel gut passt. Das Hilfsmittelverzeichnis führt elektrische Aufstehhilfen, die unter einen vorhandenen Sessel oder Stuhl montiert werden, als Produktart 22.29.02.2 „Aufstehhilfen“. Für fertige Aufstehsessel gibt es dort keine Positionsnummer.

Quellen

Gut zu lesen als Nächstes

Wer hier schreibt

Redaktion sessel-mit-aufstehhilfe.de

Kaufberatung für Sessel mit Aufstehhilfe

Wir sind die Redaktion von sessel-mit-aufstehhilfe.de. Wir werten Herstellerangaben, Anleitungen, Gesetzestexte und Behördenquellen aus und erklären ruhig, welcher Sessel zu Körper, Wohnung und Kasse passt – für Senioren und für ihre Kinder, die mit aussuchen. Eigene Tests machen wir nicht, und das sagen wir offen.

  • Herstellerdaten & Gesetzestexte ausgewertet
  • Quellen auf jeder Seite
  • Keine eigenen Tests – offen gesagt
  • Anbieterangaben im Impressum

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